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Früher bestimmte die Heraldik (Wappenkunde) das Auftreten und Erscheinungsbild einer Stadt. Tiere und Fabelwesen zierten die Wappen und waren assoziativ mit einer Stadt verbunden. Heute entdeckt man oft mit Hilfe junger Designer die Symbole der Stadt neu und stellt sie als moderne Kunstobjekte zur Schau. Die Idee der künstlerischen Stadt-Präsentation hat sich in den letzten Jahren immer weiter ausgebreitet. Möglichst in voller Lebensgröße, in großer Vielzahl und immer kreativ gestaltet, tauchen die Skulpturen im Stadtbild auf. Die „Kühe“ sind für Zürich, was Löwen, Pferde, Vögel oder andere Wappentiere in vielen Städten bereits waren oder noch immer sind: ein Kunstobjekt zum Anfassen, ein Stück Lokalgeschichte für moderne Zeiten, ein Blickfang, ein Fotomotiv, ein Sympathieträger. Fast allen Betrachtern ringen sie ein Lächeln ab, manchen ein ungläubiges Kopfschütteln. Doch die Aufmerksamkeit aller Betrachter ist ihnen immer gewiss. Die buntbemalten und mit viel Liebe gestalteten Figuren dienen den Bürgern der jeweiligen Stadt, der Region, dem Tourismus, der Kunst und manchmal auch einem guten Zweck. Es müssen jedoch – wie das Beispiel Bielefeld mit dem “Leinart” zeigt – nicht immer Tiere die Symbolfigur einer Stadt sein. Auch Bielefeld hat eine menschliche Symbolfigur. In der westfälischen Textilhochburg erinnert eine Bronzestatue an die Anfänge der Industrialisierung. Sie zeigt einen Leineweber und ist gleichzeitig das Wahrzeichen der Stadt.


Kunst oder Kitsch?

Gute-Laune-Macher oder ästhetische Störenfriede? Wie immer die Figuren auch beurteilt werden, zwei Verdienste kann ihnen niemand absprechen: Sie werben auf erfrischende unkonventionelle Art für ihre Heimatstadt und die gesamte Region.